Initiative der Stadt Geretsried

Richtig Lüften

Die Bauforschung hat seit langem die Wohnungslüftung als wichtigen Faktor für frische und hygienische Luft sowie als bedeutende Möglichkeit zum Energiesparen erkannt. Nach der Ölpreiskrise von 1974 wurden in vielen Gebäuden die bisherigen Einzelöfen gegen Zentralheizungen ausgetauscht und die Außenwände wärmegedämmt. Außerdem erhielten die Häuser neue, isolierverglaste Fenster mit dichteren Rahmen. Bis dahin waren Einfachverglasungen mit vergleichsweise durchlässigen Rahmen der Standard.

Früher ging unabsichtlich alles von selbst

Die durch relativ undichte Fenster zwangsläufig verursachte Entfeuchtung und Erneuerung der Luft reichte oft aus, um Feuchtigkeit und Gerüche unter Inkaufnahme hoher Wärmeverluste sicher aus dem Innenraum zu entfernen. Lüftung erforderte damals kein aktives Handeln, sondern erledigte sich "von selbst". Bei Einfachverglasung waren die Fenster während der Heizperiode die kältesten Flächen in der Wohnung. Hier kondensierte die in der Innenluft enthaltene Luftfeuchtigkeit, lief an der Scheibe ab, sammelte sich in einer Ablaufrille auf der Innenfensterbank und musste regelmäßig weggewischt werden.

Wohnkomfort hat zugenommen

Die Behaglichkeit der Wohnungen war durch die als "kalt" wahrgenommenen Glasflächen sowie die ungleichmäßige "Wärmeverteilung" - d. h. warme und kühle Flächen gleichzeitig in einem Raum - fühlbar eingeschränkt. Heutige Selbstverständlichkeiten in Wohnungen, wie große, lichtdurchflutete Fensterfronten, das Züchten tropischer Zimmerpflanzen und das Tragen leichter Kleidung auch im Winter, waren nicht üblich.

Aktives Lüften ist gerade wegen guter Dämmung erforderlich

Mittlerweile sind Neubauten gut wärmegedämmt und die Wärmeverluste durch Wände und Fenster haben abgenommen. In diesen neuen Häusern ist dadurch der prozentuale Anteil der Lüftungswärmeverluste an den gesamten Wärmeverlusten relativ gesehen gestiegen. In Neubauten machen sie heute bis zu 50 Prozent aus. Wärmegedämmte Häuser erfordern deshalb zwar einen aktiven, bewussten Umgang mit Haustechnik und mehr Aufmerksamkeit für die eigenen Gewohnheiten, benötigen dafür aber umso weniger Energie.

Richtiges Lüften hilft gegen Bauschäden und verhindert einen unnötigen Energieverbrauch. Kontrollierte Fenster-Lüftung ist also unbedingt notwendig.

 

Quelle und weitere Informationen: www.thema-energie.de

 

Weitere Tipps und eine Zusammenfassung erhalten Sie in der hier zum herunterladen angebotenen Broschüre der Deutschen Energieagentur (DENA).

 

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Stoßlüftung

Stoßlüften ist die energiesparendste Art zu Lüften. Am Besten lüften Sie Wohn- und Schlafräume zwei- bis dreimal täglich 5-10 Minuten bei voll geöffnetem Fenster. Küche und Bad sollten zusätzlich nach dem Kochen oder Duschen gelüftet werden. Bereits nach drei Minuten lüften ist die gesamte Raumluft ausgetauscht. Übrigens: auch bei Regen lüften!

Querlüften

Noch schneller erfolgt der Frischlufteinstrom durch das Querlüften, das heißt, wenn Sie gegenüber liegende Fenster gleichzeitig öffnen. Bei dieser Methode reicht eine Lüftungsdauer von 2 bis 4 Minuten.

  • Die sogenannte Kipplüftung, bei der das Fenster über längere Zeit gekippt bleibt, sollte unbedingt vermieden werden.
  • Während des Lüftens sollten alle Heizkörper ausgestellt sein, da die produzierte Wärme direkt zum Fenster raus geht, was hohen Energieverlust bedeutet.
  • Noch besser und komfortabler als regelmäßiges Stoßlüften ist das kontrollierte Lüften über eine Lüftungsanlage. 90% der Wärme, die beim Lüften verloren geht, kann über diese Anlage wieder zurückgeholt werden. Die Wärme wird in dem mechanischen Prozess der Abluft entzogen und der Frischluft wieder zugeführt. Genau das Richtige für Energiesparer, denn so werden Heizungskosten gespart!
  • Das Schlafzimmer am Besten gleich nach dem Aufstehen lüften. So hat die Feuchtigkeit, die nachts beim Schlafen abgegeben wurde, keine Chance, sich zu sehr an Wänden und Möbeln festzusetzen und Schimmel zu erzeugen.
  • Auch für den Keller gilt: Besser Stoßlüften, als das ganze Jahr über das Fenster einen Spalt breit gekippt zu lassen.
  • Hinter großen Möbeln, die an Außenwänden aufgestellt werden, kann die warme Luft nicht ausreichend zirkulieren. Tauwasser und Schimmel an der kühlen Wand könnten die Folge sein. Große Möbel also mit einem Abstand von 5 Zentimetern zur Außenwand und Decke aufstellen. Am besten aber gleich an die Innenwände der Wohnung platzieren.
  • Wenn möglich, den Wäschetrockner nicht in die Wohnräume stellen. Aufgrund der Luftfeuchtigkeit führt er meist zu Feuchteschäden. Stellen Sie ihn besser in den Keller. Das gleiche gilt für das Trocknen nasser Wäsche: Entweder im Freien oder im abgeschlossenen Raum mit gekipptem Fenster.
  • Über ein Hygrometer kann die Luftfeuchtigkeit im Raum gemessen werden. So kann jeder sicherstellen, dass die Luftfeuchtigkeit bei sich Zuhause nicht zu hoch ist. Die relative Feuchte im Raum sollte zwischen 40 und 60% liegen. Ein Hygrometer ist ab 4 Euro erhältlich.