Initiative der Stadt Geretsried

Fragen zum Geothermie-Unfall in St. Gallen

Wie bereits bekannt, ist am Wochenende bei dem Geothermie-Projekt in St. Gallen Gas mit hohem Druck in das Bohrloch gedrungen. Um einen Austritt zu verhindern, wurden daraufhin 650 Kubikmeter Wasser in das Loch gepumpt. Dies löste vermutlich das Erdbeben einer Stärke von 3,6 aus.

 

Aus diesem Anlass werden nachfolgend einige Informationen zum aktuellen Projektstatus in Geretsried sowie zu allfälligen Fragen rund um das Thema „Löst Geothermie Erdbeben aus?“ zu geben:


Kann eine vergleichbare Situation wie in St. Gallen auch in Geretsried eintreten?

Das Projekt Geretsried ist mit dem Projekt in St. Gallen in Bezug auf seismische Aktivitäten nicht vergleichbar. In St. Gallen liegt man grundsätzlich in einem seismisch aktiven Gebiet, so dass leichte Erdbewegungen durchaus möglich bis wahrscheinlich sind. Das Projekt Geretsried liegt in einem seismisch vollkommen inaktiven Bereich, so dass bei der Bohrung im Vergleich zu St. Gallen eben kein unterirdisches Spannungsregime angetroffen wird. Ohne dieses Spannungsregime können seismische Aktivitäten ausgeschlossen werden. Dies ist in Geretsried der Fall.  

 

Sollte man bei einem Gasaustritt anders reagieren, um ein Erdbeben zu verhindern?

In Geretsried ist keine Erdbebenbedrohung existent aufgrund der seismisch inaktiven Zone, in der wir uns befinden. Gaszutritte werden zunächst durch gesteuertes langsames Auszirkulieren des Gases aus der Wasserspülung behoben, eine Beschwerung der Spülung ist in unserem Projekt nicht vorgesehen.

 

Hat der Unfall in der Schweiz Konsequenzen für das Geothermieprojekt in Geretsried-Gelting?

Der Vorfall in St. Gallen ist auf die dort gegebene geologische Situation zurückzuführen. Da wir in Geretsried seismisch inaktive Zonen erschließen, hat dies für das Projekt in Geretsried keine zusätzlichen Konsequenzen. Es gibt im bayerischen Molassebecken einige bereits realisierte Geothermieprojekte, die zeigen konnten, dass Erdbewegungen aufgrund von Tiefengeothermiebohrungen hier nicht eintreten.  

 

Wie weit sind die Bohrungen bei Gelting mittlerweile fortgeschritten?

Die Bohrarbeiten am Breitenbach wurden in diesen Tagen nach einer Bohrstrecke von insgesamt 6.036 Metern abgeschlossen. Derzeit erfolgt eine mehrtägige geophysikalische Bohrlochmessung, die die gesamte Strecke im Malm (1.500 Meter) messtechnisch erfassen soll, um die geologisch günstigste Sektion der wasser­führenden Bereiche zu lokalisieren.

Zurück